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 desert

 
 eingang
 

	Eingang


	Mein Stift füllt die Zeilen,
	Und Sie lassen hinter sich
	Betrieb, Gestank und Lärm,
	Meine Gedanken entfalten,
	Und Sie halten die Augen
	In der Ruhe des Sinnens;
	Ich komme zeitig zum Ende,
	Und Sie kritisieren die Verse,
	Um schärfer zu beschreiben.

	(1982 - 2012)

 
 liebe
 

	I stimme


	I stimme ein Loblied an
	Auf deine feinen Züge,
	Sanfte Augen, sanfter Sinn.

	Die Strähnen deiner Haare
	Eifern flüsternden Bändern,
	Beide bewegt im Wind.

	Wie die Blätter einer Rose
	Süßen Duft ausstrahlen,
	Sende ich guten Willen.

	(1979 - 2016)

 

	Die Formen


	Die Formen widersprechen sich,
	Pfeile zeigen in Gegenrichtungen
	Im Sokrates Skulpturenpark.

	Durch das Licht eines Blicks
	Glätten sich Eisenträger,
	Spannungen in Stahl.

	Durch die Wärme eines Lächelns
	Tanzen Stangen und Ketten
	Eine Runde in Harmonie.

	Meine Schritte wenden sich,
	Mein Herz ist froh,
	Was deine Finger berühren
	Erwacht zu Leben. 

	(1986 - 2012)

 

  After separation


  After a long, forced separation, I see you again,
  Embracing your heart, bundling, untangling your hair,
  A second puberty revealed physiologically a two part
  Gland, regulated by one sympathetic nervous system.

  From night to night, I begin a new story,
  'I am now tired and have heard this one before'.

  From pole to pole, we live our independent lives,
  We both work and together just make ends meet.

  From end to end we grant each other freedoms
  And send us kind, patient and moral support.

  From youth to age, our love is a weak, fragile bond,
  Our first decisions in life are basic religious ones.

  Our great human love is restrained to a kiss,
  We pray, may He imbue it with lasting breath. 

  (2011)

 
 leben
 

	Im Wind


	Im Wind wiegen Äste leicht,
	Blätter heben ein Schild
	Zu Atem: Fried. 

	(1988 - 2012)

 

	Wahrnehmung


	Durch Wahrnehmung und Reflexion
	Fliessen unsere Sinne über mit Licht
	Im offenen Kosmos des Vestandes.

	Mit Nachdenken und Ausdruck
	Möge jeder seine Überzeugung bilden,
	Frei in jedem einzelnen Leben.

	Wie im Schreiben von Gedichten
	Das Leben das größte Vermögen ist,
	Möge überlegter Einsatz führen
	Zu Frieden und auch Anregung.

	(2009 - 2012)

 
  Science fiction  
     
     
  Was bedeutet dieser Planet  
  in kosmischen Dimensionen?  
  Wo immer - Wann immer  
  kosmische Dimensionen sind  
           gut - böse  
       richtig - falsch  
     
  Was bedeutet dieser Planet  
  auf dem wir nicht überleben?  
  - Außer durch die Natur  
  als erste Raketenstufe,  
    als zweite Wissen,  
    Vision ist Zündung  
     
Lift off:   Abbruch:
als Sprit verbrannt   als Sprit verbrannt
wird menschlicher Esprit,   werden alle Ressourcen,
navigiert mit   navigiert in Richtug
kosmischem Kompass   planetarischer Katastrophen
weit weg zu kommen.   und Selbstvernichtung.
   
  Die Erde ist verschlungen.
(2018)
 jugend-alter
 

	Die Blätter


	Die Blätter verdörren
	Und bedecken den Weg,
	Der sich verliert, - wohin?

	Der Abend verlischt,
	Seine Strahlen ermatten
	Und verhüllen die Sicht.

	Folgte er einer Allee,
	Würde er sich verlieren, -
	Wohin fällt sein Schritt?

	(2016 - 1972)

 

	Mit weiten


	Mit weiten Augen
	Sah ich voraus:
	Der Tag brachte
	Nur ein paar Stunden.

	Auf ruhiger Lehne
	Sah ich meine Ziele:
	Schattiger Abend
	Setzt jetzt ein.

	Ich strecke meine Hand
	Dein Angebot zu greifen:
	Dein Wort wird halten
	Ewiglich.

	(1980 - 2012)

 

	Ein Körper


	Ein K¨rper aus Fleisch,
	Abgeschabt und
	Zu Staub zerfallen,

	Werden seine Taten
	Überdauern, oder sein
	Geist in Erinnerung?

	Aber nach 1000 Jahren
	Ist die Sprache fremd,
	Ist der Sinn verloren.

	Ein Funke Witz,
	Eine Spanne Leben, -
	Das Unscheinbarste, -
	Hatte gezündet.

	(1980 - 2012)

 
 hell-dunkel
 

	Lebend, bewegend und wach zu sein
	Ist besser als alle Zeit, die nicht bleibt.

	(1982 - 2013)

 

	Chrysanthemen am Wegesrand,
	Täglich verseucht, verwelken,
	Frischer Samen weht auf Stein,
	Wird er die Felsen räumen?

	Was in die Furchen der Äcker fiel
	Wird mit der Ernte ausgerissen,
	Allein, der sich in Spalten rieb,
	Treibt jährlich Blüten dazwischen.

	(2013 - 1973)


	Gittertore


	Gittertore zerteilen den Blick,
	Nur wenige stehen am Abend
	Vor der ausgestorbenen Fabrik.
	Fast alle hasten stumm entlang
	Und folgen der Häuserreihe
	Mit scheinender Ladenfront.
	Ihre Augen gefesselt vom Glanz,
	Haften am lockenden Hort, -
	Von ihm sind sie eingefangen, -
	Sucht einer des anderen Wort,
	Er findet es nicht.

	(2013 - 1971)

 
 sprache
 

	Knotenpunkte


	Den Menschen zu beschreiben
	Studierst du seinen Verstand,
	Handlungen werden geschmiedet,
	Demonstrativ,
	Schritt für Schritt.

	Die Gesellschaft zu beschreiben
	Studierst du ihre Themen,
	Nicht-Handlungen täuschen,
	Mord wird geschmiedet,
	Schlag auf Schlag.

	Unsere Zeit zu beschreiben:
	Vor leeren Diskussionen,
	Banalität des Rauchens
	Steigt auf Ring für Ring,
	Gemein und grob.

	(2014 - 2016)

 

	Zungen


	Tote Worte häufen sich auf,
	Heilige und abgegriffene
	Werden vom Brauch verfälscht,
	Von steten Sedimenten
	Zu Briketts gepresst.
	Bleibt da noch neue Sprache? -
	Was ganz unbeachtet blieb!
	In der Apostelgeschichte 2,4
	'Sie redeten in neuen Zungen'.
	Heute spricht Sein Wort
	Aus Abhandlung, Präsentation,
	Projekt und Klage.

	(2016)

 

	Mein Standpunkt


	Die Seiten geblättert,
	Ihre Längskanten in den Mittelspalt gesteckt,
	Kommentiert: 'Fehler wiederholen sich hier',
	Als wöchentlich zermalmender Kritiker
	Ist mein größtes Problem im Leben
	Meiner Frau zu verdeutlichen,
	Wenn ich aus dem Fenster
	Suchend umherschweife,
	Arbeite ich.

	'Warum schreibst du nicht
	Einen neuen Roman nach Maß,' - schlägt sie vor,
	'Statt gelegentlich eine Reihe von kurzen Versen?
	Es wird dir einen Namen und Geld verleihen!'
	Ich kann Lesern keinen Charakter anbieten,
	Der weniger Mut und Erfahrungen hat,
	Als ich fiktional entwickeln kann, -
	Das wache, liebende Herz
	Ist das meiner Frau.

	(2014 - 2016)

 
 poesie
 

	Ein Dichter


	Ich bin kein Bildhauer, -
	benötige keinen Stein.
	Ich bin kein Maler, -
	benötige keine Staffelei.
	Ich bin kein Musiker, -
	benötige kein Instrument.
	Ich bin nur ein Dichter, -
	Werfe ein Herbstblatt hoch
	Von Frühling und Sommer,
	Ohne Namen oder Adresse,
	Nur mit einer Liebeszeile,
	Das auf deine Veranda weht
	Und du lobst den Wind.

	(2015 - 2016)

 

	Für Dummies


	Bleib nicht bei den Schlangenbeschwörern,
	die flöten, Kobraköpfe schweben zu lassen
	über der Matte,
	das Gift exquisiter Verse in sich saugen,
	hypnotisiert von akademischen Standards.

	Kaufe eine junge Taube, löse den Fußring,
	lass sie frei entflattern bis außer Sichtweite
	mit Wirbel,
	Realität, Virtualität und Magie zu erkunden,
	mit Freude am Fliegen und Nahrungssuche.

	Die Phantasie ist das reaktivste Element,
	mischt sich mit Luft und dem Marktplatz
	von Marrakesch,
	sie ist keine Sprache, kein Text, kein Wort,
	aber ein Auge ein Korn Wahrheit zu picken.

	(2017)

 

	Poesie Ratgeber


	Mein alter Ein-Satz Poesie Ratgeber sagte mir:

	'Startpunkt:
	Wähle ein großes Thema und ein großes Gefühl
	Und lege es in bestechender Anfertigung vor.'

	Sei eingeführt in:
	Das Welttheater der faszinierenden Spektakel im
	Pantheon menschlicher Götter, stummer Idole und Illusionen,
	Das alle großen Männer und ihre Errungenschaften aufführt.

	Dies zurückgewiesen,
	Ist meine Position:
	Folge strikt den einzelnen Kraftlinien im
	Kaleidoskop verschrobener Perspektiven.

	Sei eingeführt in:
	Kräfte entspringen aus Absichten und Vorstellungen im
	Kleinsten bis hinauf in die Meso- und Makrobereiche,
	Wo ein Wert mit ins Keimblatt gepfropft wird.

	Mein neuer Ein-Satz Poesie Ratgeber sagt so:

	'Startpunkt:
	Wähle ein echtes Herz und eine wahre Vision
	Und lege es in bestechender Anfertigung vor.'

	(2017)

 
 humor
 

	Das Gedicht


	Das Gedicht hat feinen Witz,
	Schreib doch noch ein Zweites.
	Nein, - das kann ich nicht,
	Ich vergess den alten Mist
	Und dann probier was Neues.  

	(1980 - 2012)

 

	Siebzig

	'Sie sind siebzig? –
	Denken Sie nicht schon
	mit Argwohn an den Tod?'

	'Keine Witze! –
	Ich trainiere frühauf
	für die Senioren Olympics!'

	(2014)

 

	Zahn der Zeit


	Jeder Mensch braucht um zu essen,
	jedes Tier braucht um zu fressen
	feste Vorderzähne, scharf zu beißen,
	ins knack gesunde Korn zu reißen,
	klein, klar, getrennt zu zerlegen
	wie uns die Künste vorgeben.

	Nie haben die Nager eine Lück',
	geborstener Hauer wächst zurück,
	doch bei Menschen nagt die Zeit
	mit verführerischer Süßigkeit
	in die schützenden Schmelzkerne
	der technisierten Post-Moderne.

	Mit Fäulnis in bleichen Gaumen,
	Nuscheln und vermiesten Launen
	fehlen die zwei weißen Schneider,
	Härte, Kante und Griff der Keiler,
	unterhöhlen den forschen Traum
	im öden Zahnarztwarteraum.

	Die lange Spritze zur Narkose
	führt zur kurzen Angstneurose,
	Bohren ist ganz ohne Schmerzen,
	das Spiegelbild lacht von Herzen
	nach sanft befreiender Kosmetik
	für jede kulinarische Artistik.

	(nach anonymer Quelle)
	(2016 - 2015)

 
 fragen
 

	Zwischen Zweigen


	Zwischen den Zweigen einer Trauerweide,
	Ein halbes Sechseck aus Puzzlestücken,
	Monds schwacher Schein fällt von der Wand
	Gerade über'm Weg durch meinen Vorgarten,
	Welche Kinder leben hinter dem Tor?
	Mit neun Jahren muss ich fragen:
	Was gibt es dort? - Ich weiß es nicht.

	Welche Richtung, welche Ziele auslegen?
	Dann versetzten sich meine Gedanken ins 'Du'
	Für wackelige oder widersprechende Antworten,
	Wie bewegt sich unbeseelte Materie überhaupt?
	Mit vierzehn Jahren muss ich nochmals fragen:
	Wie gelange ich zum Verstehen? - Aber
	Jedes frische Herz, eine neue Frage.

	Meinen Büchern mit Manie anhängend,
	Mit neunzehn Jahren muss ich noch fragen,
	Planlos irrend entlang einem Silhouettenband,
	Leblos zwischen Rot von Himmel und Fluss,
	An einer Ecke: Wie? An der nächsten: Was?
	Eine Reklametafel schießt widerwärtig zurück:
	Wahrheit kann nur in Vision gefunden werden.

	(1995 - 2012)

 

	Der Mond


	Der Mond schritt über den Zenit,
	Schwebend, ruhig und gleichmäßig;
	Ich ziehe die Rollladen runter, fest,
	Nach Mitternacht meinen überaktiven
	Empirischen Kopf zur Ruhe zu legen,
	Nachdem dies Bild analysiert ist:
	Warum gleitet es so sanft dahin?

	Ich zähle Schäflein: eins . zwei . drei . .
	Dösend, fragend ganz ohne Arg, -
	Ein Blick, eine Frage, ein Duft, ein Biss
	Von Eva konnte niemals eine solch
	Fatale Erbsünde nach sich ziehen,
	Die uns alle als Menschheit verurteilt, -
	Da muss es noch was anderes geben.

	Zähle weiter: zehn . elf . zwölf . .
	Eine Familie behauptet ihre Dominanz
	Über alle Mitglieder der Gruppe,
	Eine Elite beansprucht Vorherrschaft
	Über die gesamte Bevölkerung,
	Erweitern jeden ihrer Machtkreise
	Mit Täuschung und Massenmord.

	Zähle: hundert eins . zwei . drei . .
	Der Mythos erklärt es nicht, -
	Aber im treuen Glaubensgehorsam
	Nicht weiter in Realitäten einzudringen,
	Nicht die Autoritäten zu hinterfragen, -
	Lasst uns von Vorne und neu anfangen,
	Was haben wir soweit an Fakten?

	Zähle: tausend eins . zwei . drei . .
	Sternnebel klumpen, brennen, platzen,
	Planetensysteme alternieren mit Staub,
	Eine perverse Zivilisation vernichtete sich,
	Das radioaktiv mutierte DNA Stränge,
	Mit Millionen Kometen ausgeschossen,
	Von Galaxe zu Galaxe reisen.

	(2015)

 

↓ Schritte der Erkenntnis    
↓ Frage    
Nutze deine eigenen Augen    
Man kann niemanden trauen   → In eines Lehrers Vorgarten
       baumelt ein Wetterstein:
       wenn trocken, ist es fein
       wenn nass, ist es regnerisch
       wenn schwingend, ist es windig
↓ Beobachte    
Nimm einen Hochsitz ein    
Lass die eilenden Züge bei   → Ein Journalist im Stadion
       lungert hinter dem Netz:
       wenn locker, ist es Null zu Null
       wenn zappelnd, ist es Eins zu Null
       wenn abgenommen, ist es Endstand
↓ Notiere    
Geh in dein Labor der Bilder    
Extrahiere ihre roten Fäden   → Ein Editor zeigt per Daumen an
       was heute druckwertig ist:
       wenn neu, ist er hoch
       wenn alt, ist er runter
       wenn allgemein, ist er flach
↓ Forsche    
Zeige der Schlangen Bissspitzen    
und ihre sich windenden Enden   → Ein Professor ergänzt mit Kreide
       die sozialen Pros und Cons:
       wenn konform, ist es in
       wenn kritisch, ist es out
       wenn fremd, ist es vielleicht
↓ Prüfe    
Alle Schritte in Reihe reflektieren    
Wer bin ich ?    
(2018)
 verstand
 

	Labyrinth


	'Trete hier nicht ein.'
	Steht über dem Tor.

	'Am Faden erforscht
	Ist dies der Grundriss,'
	Sagt mir Ariadnes Enkelin
	Hypsipyle: 'Sieh voraus:

	Hinter dem Eingang
	Hast du kein Licht mehr
	Von oben oder unten:
	Weg ist eine Dimension.

	Hinter den Ecken
	Dämmert es grau,
	Du tastest an der Wand:
	Weg die zweite Dimension.

	Vor dem Schlussstein
	Am Sockel der Leere
	Hältst du in Finsternis:
	Weg die dritte Dimension.

	Dort greifst du nichts,
	Greifst wieder vergeblich,
	Kommst nicht mehr voran:
	Weg die vierte Dimension.'

	'Danke, Hypsipyle, zurück:'
	Aus einem Lager der Not
	Erlöse ich einen Menschen,

	Reise zur Palmeninsel,

	Schlafe unterm Himmel.

	(2015)

 

	Esel


	Ich bin der alte, gutmütige Esel,
	Von allen genannt 'Verständnis',
	Ich ziehe die Karre aus dem Dreck
	Und folge den ausgetretenen Pfaden

	Hinauf bis zum Observatoriumsturm,
	Den gewaltigen Kosmos überblickend,
	Mit Hoffnung auf Futter am Ende
	Der langen, beschwerlichen Reise.

	Dort erblüht die Phantasie:
	Ich war hier der aller Erste,
	Benenne die Sterne und Nebel,
	In urzeitlichen Mythen nachzulesen.

	Dort zeichnen die Geräte auf:
	Das Vakuum war hier als Erstes
	Seit der Ausdehnung des Universums,
	Materie - Antimaterie vernichtend.

	Kaum wahrnehmbar für irgendwen:
	Freiheit für kritische Gedanken
	Universell bricht die Tore auf
	Fürs alte, gutmütige Verständnis.

	(2015)

 

	Validatoren


	Ich fand auf google.com Online-validatoren,
	die genaue Antworten in Millisekunden liefern:

	für html Entwickler,
	die auf Fehler in der Auszeichnungssprache prüfen;

	für Wahrsager,
	die nach Zeichen in Sternenkonstellationen suchen;

	für Inquisationsschergen,
	die nach Abweichungen vom Dogma bohren;

	für NSA Agenten,
	die nach Schlagwörtern des Terrorismus fahnden;

	für Geisteswissenschaftler,
	die nach pseudo-mentalen Begriffen durchkämmen;

	für Naturwissenschaftler,
	die nach pseudo-logischen Argumenten fischen.


	Ich wählte 'Naturwissenschaften',
	tippte 'Klimawandel' ein:
	'Klimawandel ist hoch spekulativ,
	nach Angben von Wikipedia
	eine erschöpfende Liste der Faktoren,
	die globale Klimaverhältnisse bedingen,
	alle bewiesen als Verschwörungstheorien.'

	(2017)

 
 reflektion
 

	Spiegel


	Du hältst einen Spiegel
	Dein Gesicht zu sehen.

	Du bewegst zwei Augen
	Deine Taten zu prüfen.

	Du versinkst in Reflektion
	Deine Gedanken zu formen.

	(1986 - 2012)

 

	Augen


	Du führst zwei Augen
	Über's Ende der See.

	Du steuerst ein Schiff
	Die Wellen zu kreuzen.

	Dein Wort der Liebe
	Lässt die Erde als Punkt.

	(1986 - 2012)

 

	Füße


	Du gehst vier Schritte,
	Eine Fläche zu überqueren.

	Du streckst zwei Hände aus,
	Einen Freund zu begrüßen.

	Du entspannst dein Gesicht
	Verstellung zu verbannen.

	(1986 - 2012)

 
 alt-neu
 

Pompeji

Heller und prächtiger stehst du im Glanze nun wieder errichtet,
Kühn an den Felsen gebaute, du schönste der handelnden Städte.
Leben und Treiben versammeln die Tore, doch du übersteigst ihre Wünsche,
Ewigkeit will wie die Götter der Strom deines schlagenden Herzens.

Was für dein Leben erstrebst du ist ew'ge Erinnerung der Menschen,
Gierde und Lüste und prunkvolle Mächte lockst du in die Mauern,
Rege zu Gold sich vermehrendes Streben ist dir nur ein Spiel,
Steige und sinke im Brennen der Sonne, verlange den Gott.

Keiner der Götter, verworfen der Gier, am ersten Tage erzürnte,
Aber mit Neiden und Grollen, Gewalt und Besinnen bestimmten die Götter,
Ewig seien, hell aus dem Himmel, all was sie ihr schenkten,
Häuser und Menschen im Scheine der Sonne, in Asche begraben.

(1972)

 

	Auf Flügeln


	Wie auf Flügeln trägt mich der Gedanke fort,
	Fort über Städte, übers Meer an einen anderen Ort.

	Ich versuche, mich an was ich sah, zu erinnern,
	Zu erinnern an ihren Blick und ihre Worte wiederfinden.

	Als Gast wurde ich empfangen, gepflegt und gefragt,
	Gefragt wie ich gewesen und mein Säumen beklagt.

	Mir ahnte träumend, ich sei geladen seit langem,
	Seit langem ihre Lieder zu hören mit ihren hellen Klängen.

	Hier unter den Dächern muss ich sie vergessen, zurück, -
	Zurück, wo die Steine zerfallen und die Lichter trügen.

	(2012 - 1973)

 

	5 Minuten Slam


	Mm...,
	Entschuldigung,
	Dass ich das Zeitlimit
	Schon überschritten habe.

	Mm... ist der Blitz,
	Mm..., mm... ist der Gedanke,
	Weiter denken können wir nicht,
	Das ist unsere Spanne.

	Wir verbrennen es
	Und kaufen es jeden Tag,
	Den Sprit zu konsumieren
	Und CO2 zu produzieren.
	Mm...,
	Wir können nicht addieren,
	Die Natur braucht geologische Zeiten,
	Um ihre Ressourcen zu regenerieren.
	Mm..., mm...,
	Wir können nicht multiplizieren,
	Handlungen verlängern, verketten sich
	Bis Konsequenzen explodieren.

	Wir fordern sie
	Und nutzen sie jeden Tag,
	In die flotte Maschine zu steigen
	Und hin und her zu kutschieren.
	Äh...,
	Wir können genau addieren,
	Das Fahrzeug braucht Intervall Wartung,
	Um verlässlich zu funktionieren.
	Äh..., äh...,
	Wir können genau multiplizieren,
	Kosten dem Kunden zu berechnen
	Um mit jedem Kilometer zu profitieren.


	Wir lieben sie
	Und erlauben es jeden Tag,
	Den Vierbeinern uns hinterher zu ziehen
	Und ihre Zucht zu präsentieren.
	Äh...,
	Wir können genau sehen,
	Das Haustier braucht regelmäßig Pflege,
	Um gesund mitzuspazieren.
	Mm..., mm...,
	Wir können nicht verstehen,
	Fauna entwickelt genetische Vielfalt
	Um sich in Arten zu differenzieren.

	Wir grüßen sie
	Und reden jeden Tag
	Mit den Mitmenschen über Life Style
	Und das leidige Finanzieren.
	Mm...,
	Die meisten können nicht sehen,
	Der Mensch benötigt wöchentlich Training,
	Um seine Bestform nicht zu verlieren.
	Mm..., mm...,
	Die meisten können nicht verstehen,
	Miteinander basiert auf Gerechtigkeit,
	Einen Schritt im Gegenwind zu gehen.

	Mm... ist das Selbst,
	Mm..., mm... ist das Bildnis,
	Weiter sehen können wir nicht,
	Das sind unsere Sinne.

	Äh...,
	Keine Entschuldigung,
	Dass wir unsere Zeit
	Nicht überleben.

	(2011 - 2012)

 
 auf der reise
 

	Gestern


	Gestern gleitet ins Heute
	Unscheinbar wie ein Fluß,
	Der dem Auge nach steht;
	Täuschend ist die Oberfläche,
	Die Wasser schieben, vibrieren,
	Sinken wie ein endlicher Tag.

	Von der Quelle bis zur See
	Die Tropfen erinnern sich nicht
	An der Reisen Höhen, Kurven;
	Beobachte die gezogene Spanne,
	Jeder Pfad hat seinen Abdruck,
	Der zum Ende verwischt.

	(1979 - 2012)

 

	Ein Wanderer


	Ein Wanderer nimmt seinen Stab
	Und setzt aus, Ort nach Ort
	Das himmlische Land zu erreichen,
	Das der Herr seinen Erben gab.

	Er wandert freudig gegen das Ziel,
	Die Schultern drückt das Kreuz,
	Das ihm als Glaubenslast auferlegt
	Und Sein Wort den Weg vorgibt.

	Die schwere Last zwingt ihn zum Ruhen,
	Er kann nicht mehr, er nimmt sie ab,
	Mit einer Säge kürzt er den Mittelstamm
	Und kann mit festen Schritten ziehen.

	Die Pilgerfahrt ist nun leicht und gut,
	Er steht am Grenzfluss der Sühne
	Und ein Bruder wirft sein langes Kreuz
	Als trockene Brücke über die Flut.

	Seins ist jedoch um Einiges zu kurz
	Und er ruft den Bruder um Hilfe an,
	Der: 'Welchen Teil hast du abgesägt?'
	Er: 'Den der sozialen Verantwortung.'

	(nach anonymer Quelle)
	(2012 - 2010)

 

  Europa


  Ein weißer, sanfter Stier in König Agenor's Herde
  An Sidon's bewachten, mediterranen Stränden
  Lud spielend ein, an seinen Hörnern zu ziehen,
  Bis die Hirtin Europa seinen Rücken bestieg,
  Aber durch Trug nach Kreta geschleppt wurde,
	     Wo Zeus sich zeigte.

  Eine rührende Geschichte mit einem Korn Salz,
  Wie heidnische Priester die Magie berechnen,
  Beantwortet gewandelte Situationen wieder neu.

  Um endlos eskalierende Gewalt zu schlichten,
  Nur eine Analyse erhellt Konfliktsituationen,
  Eine extra Frage erweitert das Verständnis.

  Theseus musste Europa's Sohn Minos töten,
  Weit vorahnender Aigeus stürzte sich ins Meer,
  Griechische, römische Schwerter wurden überrannt,
  Kolonialismus und Sklaverei wurden überlagert,
  2 Weltkriege zeigen planetarische Katastrophen
	     in der Zukunft auf.

  (2015)

 
 pandora
 

	1. Semester


	Als Student
	träumte ich viel.
	Am ersten Tag
	ging ich in das neu-gotische Gebäude
	in einen 2-Etagen Peternoster von jedem Flügel
	der drei großen wissenschaftliche Fakultäten.

	Erst nach unten
	durch die Keller-Schleife,
	Pandora, lächelnd, sprang zu:
	‚Jetzt geht’s hoch!‘

	Auf der ersten Etage fragte ich:
	‚Was hast du in deiner Büchse?‘ -
	‚Alte Mythen, Aberglauben,
	zum Start.‘

	Auf der zweiten Etage fiel ich ein:
	‚Öffne deine Büchse nicht zu weit.‘ –
	‚Ein paar pseudo-wissenschaftliche Konzepte
	erledigen den Job.‘

	Wir fuhren hoch
	durch die Glasturm-Schleife,
	wo die Skyline auftaucht,
	und wieder runter.
	Ich tippte raus zum Hörsaal.

	(2021)

 

	4. Semester

	Nach vier Semestern
	wie gewohnt ins ehrwürdige Gebäude tretend,
	wählte ich den high tech Lift eines anderen Flügels,
	um meinen interdisziplinären Horizont zu erweitern.

	Erst nach unten
	durch die Keller-Schleife,
	Pandora, flüsternd, sprang zu:
	‚Dran bleiben!‘

	Auf der ersten Etage fragte ich:
	‚Füllt sich die Box wieder von alleine?‘ -
	‚Alte Mythen, Illusionen,
	zu verewigen.‘

	Auf der zweiten Etage brach ich ein:
	‚Öffne deine Büchse nicht zu lange.‘ –
	Etwas Gefälligkeits-Wissenschaft
	ist jedem genehm.‘

	Wir fuhren hoch
	durch die Glasturm-Schleife,
	wo man die Region überblickt,
	und wieder runter.
	Ich raus und schlurfte
	den Gang hinunter,
	um mich abzuregen.
	
	(2021)

 

	8. Semester

	Im letzten Halbjahr
	versuchte ich einmal den verbliebenen Paternoster,
	um meinem Denken einen ganzen Rahmen zu geben.

	Erst nach unten
	durch die Keller-Schleife,
	Pandora, gratulierend, sprang zu:
	‚So gut wie geschafft!‘

	Auf der ersten Etage fragte ich:
	‚Brauchst du ein paar Pestizide?‘ -
	‚Archaische Instinkte, Rituale
	sind geboten.‘

	Auf der zweiten Etage forderte ich:
	‚Lass mich die mal näher ansehen.‘ -
	‚Vielfarbige Plakate der Heuchelei
	und lautlose Verbrechen.‘

	Wir fuhren hoch
	durch die Glasturm-Schleife,
	wo ein Sonnenstrahl reinblickte,
	und wieder runter.
	Ich raus, um mich hinzusetzen,
	auf, weg, nicht abzuschließen, -
	mich selbst zu suchen
	an einem anderen Ort
	in einer anderen Sprache.

	(2021)

 comments
 

				Hier, um zu bleiben


  Jemand rüttelt an der Tür.		Ich bin der neue Stil, der bleibt:
			Wer ist da?		Gedankenlyrik.

Wir sind hier schon etabliert		Ich habe mich nach oben gekämpft
		als Dienstälteste.		als Avantgarde.

Du zersetzt den gut geölten		Ich fördere die wertvolle Ressource
		 Literaturbetrieb.		Information.

 Du findest Platz hinter den 		Ich produziere Innovationen aus
	 anderen Spezialisten.		geistigen Realitäten.

Wir erlauben dir pro Strophe		Ich werde sie sicherlich einbringen,
		einen Kommentar.		ganz objektiv.

(2020)

Teilchen


Der Mikrokosmos im Gehirn
hat seine eigenen Elementarteilchen,
Absichten und Vorstellungen, -			jede genaustens messbar,
beide mit einem eigenen Willen,

Energie nach Außen abzustrahlen
über ein Feld psychischer Kräfte,
mit einer Vielzahl von Funktionen -		mit guten/schlechten und
								wahren/falschen Schwingungen

zu lebenslangen Kausalketten
und gigamanischen Imperien, -			die rauschend bejubelt werden,
								aber keine Rechenschaft geben
								über ihren minutiösen Schritte,

die in Schutt und Asche fallen, -		im Jammer betrauert werden,
								im vorzivilisatorischen Zustand
								ohne Maße,
								ohne Gewichte und Längen.

(2020)

	Wesentliches


	Im Zeitraffer
	fünfzehn Meter hoch an der schwarzen Kuppel
	eilen die Sonnen wie Sternschnuppen vorbei,
	tauchen auf, verbrennen alle und verschwinden …

			Ich beschreibe, ersehne und ersehne.

	Der Himmel verliert sich in einem Vakuum,
	in winzigen Blitzen aus einem Vakuum …

			Ich wünsche keine Theorie des Seins,
			es würde nur das Gedicht abtöten.

	Wie es fortläuft wenn man hinschaut …

			Ich wünsche
			eine Gemeinschaft von Materie und Leben
			mit einem Band, Daten festzuhalten,
			zu senden, übersetzen und verteilen.

	(2020)

 
 milleniums
 

  Log 3.8 × 1088 Planet e - Stern s
     
Aktion Beobachtung Bemerkungen
     
Zoom ein Ein Planet in der bewohnbaren Zone Eine Petrischale mit einer Kolonie
Zoom ein 65 Millionen Lichtjahre entfernt Ein blauer Planet
Zoom ein Dinos verschlingen Pflanzen und Tiere     Die Kleinen bewundern
    ihre marodierenden Eltern
Zoom links Ein Meteorit rast genau auf sie zu Sie starren auf die Flamme
Zoom vor     Da wird nichts mehr sein - VegetationMit nur verdorbenen Früchten
  und Affen von den Baumwipfeln ohne Reife oder Vernunft
Zoom weg Zu einer neuen Galaxie Kein Wort zu meiner besseren Hälfte
Zoom aus mit einem neuen Horizont oder die Kinder
(2018)

    Ideenschmiede    
    für ein besseres Leben   
         
Ich bin eine Ideenschmiede       
mit neuen Gedanken        
und leichtem Gewinn, -   Ich bin ein Ingenieur,    
    fertige auf Anordnung, -  Ich bin ein Kritiker,
        auszusprechen
Vor 20ooo Jahren:       was ins Auge fällt, -
Lasst uns Kühe züchten        
für Milch und Fleisch,   lese die besten aus,  
    maximiere Ergebnisse,   eine gute Idee
        überall zu verbreiten
Vor 10ooo Jahren:       an Ohren und Stimmen,
Wir brauchen reichere,,        
würzigere Nahrung,   Viehtreiber    
    führen sie herum,   zu loben und zu fragen
        wie Kühe Samen und Gas
Jetzt und fortan:       unterm Schwanz ausstossen,
Folge dem Fortschritt        
mit Produktion für alle,   rode Wälder,    
    füttere Mast,   über die Erde aufsteigt
        wie ein trüber Dunst,
Menschen fassen nicht       wo keiner sich sorgt,
Dimensionen über        
ein bis zehn Kühe,   modernisiere,    
    Ziel programmiere,   eine Grünhausatmosphäre
        fest einzuwecken
        als Beispiel:
         
    Ideenschmieden    
    sind nicht der Weg.    
(2018)

	Innere Stimmen


	Langsam füllt sich in meinem Kopf,
	was Hier und Jetzt nicht können,
	mein Wille Schritt für Schritt,
		den ich oben von der Brücke übe,
		spucke in den Kahn, renne rüber,
		wo er folglich überladen absinkt,
			erleichtert, dass es so nicht reichte,
			würge ich weder Freude noch Reue,
			gebe aber trotzig Bestimmtheit dazu.
	An flüchtigen Spuren der Sinne,
	die wie Rein und Raus verwehen,
	krallt sich mein Gedächtnis fest,
		wie lege ich sie in Worten nieder,
		werkle an des Torsos Glieder,
		lösche, ergänze Punkt für Punkt,
			versucht von schillernden Tönen,
			zügle ich weder in Jubel noch Ekel
			den Antrieb zur Besonnenheit.
	Jetzt entfalten sich meine Segel,
	fliege enthemmt Auf und Davon
	hinweg über geologische Spannen,
		mit einer Handvoll Methoden werden
		die Daten geprüft, Fehler behoben
		bis in die fernsten Verkettungen,
			frei aus des Gehirns Kaleidoskop
			entwickeln sich Farbe auf Farbe,
			Wehe, wenn nicht in Bescheidenheit.

	(2018)

 
 gemeine macht
 

	   Post-Moderne Poesie


    Ich weiß, dass ich nichts weiß.
    Ich kann keine Vorstellung fassen
    Und weiß nicht, ich könnte es.

  Die Basis ruft nach einem Medium,
  Das soziale Umfeld zu vergrünen!
  Aber die alten, steifen Bonzen sagen:
  'Störe nicht, die fleißig arbeiten.'
  Der nächste Stern verspricht helles Licht.
  Wer baut ein Medium, dorthin zu reisen?
  Aber die alten, steifen Bonzen sagen:
  'Da sind wir fleißig am arbeiten.'

  Wüstenstaub in der oberen Atmosphäre
  Trägt keine Spurenelemente weiter.
  Die scharfe Krähe wittert über dem Gras:
	'Ich, der post-moderne Poet,
  Besinge nicht des Lebens Möglichkeiten,
  Enttäuscht, gewiss meiner Kleinheit,
	Aber ich weiß nicht warum.'

  (2017)

 

     Wüste


     Wüste streckt sich. Kein Wasser bis zum Horizont
     Oder morgen. Sei selbstversorgend.
     Öde Klause, wo Glaubenssätze geflochten werden,
     Um Ihn greifbar zu machen.

     Wüste dehnt sich. Grünende Oasengärten versanden
     Oder verkommen. Sei selbstbedacht.
     Sein Name besänftigt nicht den Streit der Menschen
     Um ein stattliches Herrenhaus.

     Wüstendünen wandern. Wie Korruption heute hier
     Oder nächstens dort. Sei selbstverteidigend.
     Häuser werden mit Schaufeln und Eimern freigelegt
     Für schützende Erdwälle.

     Wüstenstaub steigt auf. Er zieht in gelben Wolken
     Um die Erde. Sei selbstkritisch.
     Milliarden Mikrokristalle regnen ab, schleifen ab,
     Das Seine Gebote hinterfragt.

     (2017)

 

	Macht

	Profite
	Wir machen Profite aus unserer Arbeit
	Mit Einsatz von Wissen und Fertigkeiten,
	Wir rekrutieren in unseren Großbetrieb,
	Institutionalisieren unser soziales System,
	Hoch hinaus: Le système, c'est moi.

	Privilegien
	Wir surfen auf flotten Wellenkuppen
	Mit greif-, unangreifbaren Privilegien,
	Wir steuern die Pressemanipulationen,
	Schuftende haben nichts anzumelden,
	Vorgegeben: La réalité, c'est plaisir.

	Plagen
	Wohin wenden wir uns von hier?
	Was nehmen wir jetzt in Angriff?
	Plage sie platt mit ihren Kindern
	Von der Gürtellinie an nach unten,
	Weiter so: Liberté toujours.

	Perversitäten
	Schlächter arbeiten nach Pseudowissen,
	Süßen ihre Augen mit barem Gewinn,
	Vergiften tropfend Essen, Trinken, Kleidung,
	Stehlen perverses Ich, Leben, Zukunft,
	Entschlossen: Unité de la gênealité.

	Post
	Unsere Tricks sind unsere Achillesfersen.
	Spatzen drängeln sich zuhauf auf Dächern,
	Zwitschern mit Stimmen der Geschändeten.
	Uns ist kein Ausweg mehr offen
	Außer Kapseln mit Zyanid. 

	(2012 - 2011)

 
 aktivismus
 

	Wie lange


	Wie lange werde ich anklagen
	Und Menschen ohne Esprit
	Sich von mir zurückziehen,

	Wie lange werde ich anklagen
	Und Verbrecher Felsen schieben,
	Um meinen Weg zu stoppen,

	Ich werde so lange posaunen
	Wie dem kritischen Maßstabe
	Menschliches Tun grob fehlt.

	(1985 - 2012)

 

	Zaudere nicht


	Zaudere nicht, - starte durch.

	Bekämpfe deinen Feind nicht mit Waffen,
	Feuer speiend,
	Zerreiße seine Pläne in nackter Öffentlichkeit.

	Sprich,
	Wenn du deine Zunge an Ketten schließt,
	Begräbst du deine Seele unter der Erde.

	(1990 - 2012)

 

	Lasst uns


	Lasst uns
	Im Namen des Herrn sprechen.

	Lasst seine Wahrheit leuchten,
	Gradlinigkeit und Versöhnung,
	Wie von stürmischen Wolken
	Säuren gewaschen werden.

	Lasst seine Hände heilen
	Verbitterte, Verzweifelte, Gewalttätige,
	Illusionen und falsche Argumente
	Von verworfener Macht bereinigen.

	Wir sprechen aus seiner Gnade,
	Wenn wir ein Zeichen der Liebe
	Auch unseren Feinden schicken.

	(1990 - 2012)

 
 religion
 

	Komm, trete ein


	Komm, trete ein durchs hohe Tor
	Und erquicke dich mit Frohsinn,
	Leg ab deinen kostbaren Schmuck,
	Lass genug sein deiner Freunde Hilfe,
	Verzichte auf deiner Schönheit Glanz.
	Um in diesen Garten zu kommen, hast du
	All dies und den Körper zurückgelassen.

	(1984 - 2012)

 

	Stellenangebot
	Am Tor Deines Weinberges frage ich an:
	Gibt es da Arbeit für meine linken Hände?

	Was hast du gelernt? - Poesie.
	Was hast du zuletzt gemacht? - Nicht viel.
	Komm herein, tret auf mein weites Feld.

	Siehst du die steilen Hügel und Rebstöcke,
	Siehst du die dunklen Wälder dahinter liegen,
	Das steinige Ödland und die Umweltschäden?

	Wer macht die Arbeit außer meinen Dienern?
	Hier sind deine Arbeitsklamotten:
	Altes Hemd, Hose, Kappe und feste Schuhe.

	Mach dich fertig,
	Hier sind deine Arbeitswerkzeuge:
	Wort, Stift, Papier und Multi Media.

	Geh an die Arbeit,
	Zuerst wo es heute am Dringendsten Not tut,
	Wo die dicksten Brocken zu räumen sind:

	Wahrheit soll den Image Faschismus brechen,
	Entschlossenheit verwurzelten Hass überwinden.

	(2009 - 2012)

 

	Leere Dosen


	Leere Dosen werden vom Wind getrieben,
	Ihr Geklapper lässt nach, obwohl es bläst:
	'Ich spreche mit flüsternder Stimme,
	Ich öffne sanft deine großen Augen,
	Um eine neue Landschaft auszubreiten,
	Wo ich die Pflanzen und Blumen benenne,
	Meine Worte, Gesten, Versprechen sind klar:
	Gebe meine Liebe an alle Menschen weiter.' 

	(1990 - 2012)

 
 glaube
 

	Gesicht


	Ich stehe mit meinem Gesicht gegenüber dem Herrn.
	Eine Luftsäule spricht zu mir, verdeckt den Blick
	Auf die weite Landschaft dahinter, - kann das sein?

	Ich bin zurückgeworfen, - die Säule sagt:
	Ich bin ungeduldig, dass du sehen lernst:

	Unterscheide gut von böse.
	All das Schlechte in der Luft
	Braucht extra Fürsorge.

	Unterscheide wahr von falsch.
	Das Mögliche in der Luft
	Ist alles Wahrheit.

	(2020)

 

	Glaube


	Ich erkenne im Licht, was wir nicht sehen,
	Spirituelle Kräfte
	Erstrecken sich zu den Ärmsten der Armen.

	Ich mühe mich geduldig im trügerischen Leben,
	Menschliche Tugenden
	Bücken sich zum staubigen Sand und Boden.

	Ich analysiere trocken die kleinen Bruchstücke,
	Ein Word
	Bringt eine Gemeinheit auf den Punkt.

	Ich spreche alle Sprachen.

	(2020)

 

	Hoffnung


	Hoffnung richtet sich auf Leben.

	Erwartung ist um Millionen Jahre älter
	als formale Rituale.

	Vorausschau zielt ins Unendliche weit
	über formale Religionen.

	Aus winzigen Samen des Glaubens
	und täglicher Arbeit
	überlebt eine Blüte in der Realität.
	
	(2020)

 first steps
 

	Gewissen


	Kellner, noch einen Whisky
	nach dieser Schrotflintenpredigt,
	wo der Pastor uns harten Holzköpfen
	auf gut Deutsch eintrichtern wollte,
	die wir in ein freies Land zogen,
	um Himmels Grenzen auszuloten
	und uns am Ende neben dem Klavier-
	spieler im verrauchten Saloon finden.

	Gott ist überaus großzügig gewesen,
	Er gab uns alles, was wir brauchen,
	Er hilft jedem Baby
	vom Krabbeln zum Gehen,
	Er hilft uns in den allerersten Schritten
	unser Gewissen, Kopf, Hände zu nutzen
	genau in dieser Reihenfolge: zuerst
	Übe Gerechtigkeit und gewähre Gnade.

	(2020)

 

	Kopf


	Kellner, noch einen Whisky
	nach dieser Schrotflintenpredigt,
	um uns das Elementarste beizubringen,
	uns in Träg- und Trunkenheit Verfallene,
	Gläser und Münzen über Theken schiebend,
	rechtliche Positionen zum Schlachthof tragend,
	wir brauchen Entgiftung, nicht vom groben Übel
	ins Elend zu stürzen.

	Gott ist überaus großzügig gewesen,
	unsere praktischen Bedürfnisse zu besorgen,
	als Pionier lernt man schnell,
	den Kopf gezielt einzusetzen,
	bleib im Sattel, finde durch das Terrain,
	bewache den Zug, bau die Holzhütte auf,
	sonst bleibt nur ohne Reue oder Fluch
	ein unmarkiertes Grab.

	(2020)

 

	Hände


	Kellner, noch einen Whisky
	nach dieser Schrotflintenpredigt,
	uns in die Höhen des Himmels zu führen,
	wo Gott oben alleine thront und richtet,
	Er würfelt nicht,
	noch spielt Er Karten
	oder verbirgt ein Ass oder Revolver	
	unter dem Gürtel.

	Gott ist überaus großzügig gewesen,
	unseren Augen kosmische Horizonte zu öffnen,
	als Astronaut lernt man einmal,
	Objekte aus einer Vision zu greifen,
	in gedankliche Operationen zu binden,
	Terra formen, Pflanzen säen, einernten,
	sonst, Gott verschwendet keine Kugel
	an einem toten Pferd.

	(2020)

 
 grenzen 1	.
 

	Schöpfung


	Gott gab seine Schöpfung
	In die Obhut des Menschen,
	Seinen Geist vieler Arts
	auszustrahlen,
	Demut, Gerechtigkeit, Frieden.
	Nicht Luftlichtern nachzuziehen,
	Die mit fahlen Verspechen locken,
	Sie verblassen.
	Nicht auf Werkzeuge zu bauen,
	Die an keinem Berg vorbeiziehen,
	Den sie nicht ins Meer abtragen.
	Ihre Weine, ihre Tränen schenken
	Keinen Trost, aber Verderben.
	Nur
	Die sein Reich im Herzen
	Betreten,
	Werden ewiges Leben
	Finden.

	(2011- 2016)

 

	Ich bin der Herr, dein Gott,
	Der Himmel und Erde geschaffen hat
	Und alles was darinnen ist.
	Außerhalb meines gegebenen Rahmens
	Besteht kein dauerhaftes Leben
	Und ich verlange Rechenschaft
	Von Handlungen und Gedanken.

	Der Mensch sieht sein göttliches Bild
	Und von Natur gegebene Grenzen
	In seinem Herzen und Verstand
	Nur mit Furcht vor dem Herrn.

	Meine Schöpfung gewährt Unterhalt
	Für die, die Schutz suchen
	im Streben, den Weg zu finden.

	Meine Schöpfung gewährt Freude
	Für die, die Wissen suchen,
	In Werken meinen Namen zu loben.

	Beides Bilder meines Reiches,
	Aber keiner sammelt die Früchte,
	Außer im Geiste der Demut.


	Im Überschreiten meines Rahmens
	Wird Mensch nicht mehr Mensch sein,
	Sein Herz eine verdorbene Chimäre,
	Mentalität speit Trotz,

	Und Erde nicht mehr Erde,
	Wasser dehydriert,

	Und Giftstoffe alleine bleiben.

	(1991 - 2018)

 

	Ich bin der Herr, dein Gott,
	Der über alles Leben herrscht
	Von Anfang bis zum Ende der Zeit.
	Außerhalb meines gegebenen Rahmens
	Besteht kein dauerhaftes Leben
	Und ich verlange Rechenschaft
	Von Handlungen und Gedanken.

	Wie ich meine heilende Hand in Liebe,
	In Gleichheit allen Menschen reiche,
	Erkennt ihr euren Platz auf Erden
	Nur mit Reue in euren Herzen.

	Sie reichen Güter und Wissen weiter
	An die nächsten, fernsten Gemeinden,
	Meine Liebsten sind die Ärmsten.

	Sie erforschen, heilen und verteidigen
	Jeden in Folter geschändeten, verlorenen,
	Oder ich werde die Unterdrückten aufrichten.

	Beides Bilder meines Reiches,
	Aber keiner wird Frieden finden,
	Außer im Geiste der Demut.


	Im Überschreiten meines Rahmens
	Wird Leben durch Arglist hintergangen,
	Hass erhebt sich als herrschendes Schwert,
	Unterjochung würgt allen Atem ab,

	Und Gegenstände werden zu Waffen,
	Verbrechen beginnen ihren Todesmarsch,

	Und Terror alleine bleibt.

	(1991 - 2018)

 grenzen 2	.
 

	Ich bin der Herr, dein Gott,
	Dem alle Dinge offenbar sind,
	Der aller Herz und Verstand prüft.
	Außerhalb meines gegebenen Rahmens
	Besteht kein dauerhaftes Leben
	Und ich verlange Rechenschaft
	Von Handlungen und Gedanken.

	Wie ich Wahrheit in Liebe zeige,
	In der Einheit aller Menschen,
	Erkennt ihr Verstand und Wahrheit
	Nur mit Güte im Herzen.

	Die eine Ähre Weizen erforschen,
	Testen und pflanzen ein Feld,
	Um Nachbarstädte zu ernähren.

	Die einen Funken Schönheit fassen,
	Rein in Überlegung, Auge, Mittel,
	Ermutigt, berichten weit.

	Beides Bilder meines Reiches,
	Aber keiner erhört mein Wort,
	Außer im Geiste der Demut.


	Im Überschreiten meines Rahmens
	Wird Freude durch Lüge gebrochen,
	Selbstbetrug verfälscht Argumente,
	Hohe Pläne vernichten sich selbst.

	Und Worte verzerren sich zu Schreie,
	Katastrophen ersticken den Planeten,

	Und Schweigen alleine bleibt.

	(1991 - 2012)

 

	Ich bin der Herr, dein Gott,
	Ich bin der Quell des ewigen Lebens,
	Gewähre allen Suchenden Erfrischung.
	Außerhalb meines gegebenen Rahmens	
	Besteht kein dauerhaftes Leben
	Und ich verlange Rechenschaft
	Von Handlungen und Gedanken.

	Wie Ich meine spirituellen Gaben
	In Überfluss an alle Menschen verteile,
	Haben eure geistigen Bemühungen Erfolg
	Nur mit meinem Willen im Herzen.

	Beratend, beredend mit einem Nachbarn,
	Gib deinen räumigen Vorstellungen
	Eine kurze, klare Selbstpositionierung.

	Prüfe genau deine eigenen Fehler,
	Folge deinen Absichten in ihren Fäden
	Bis in die entferntesten Konsequenzen.

	Beides Bilder meines Reiches,
	Aber keiner erfasst ihre Maße,
	Außer im Geiste der Demut.


	Im Überschreiten meines Rahmens
	Werden Stalaktiten vom Himmel sinken,
	Hoffnungen versteinert zu Boden bröckeln,
	Irrende Schritte ihre Furcht widerhallen,

	Und die Erde wird ihre Gänge schließen,
	Ekel durch verkeilende Spalten drücken,

	Und Wüste alleine bleibt.

	(1995 - 2018))

 

	Ich bin der Herr, dein Gott,
	Der seinen einzigen Sohn gegeben hat
	Zur Erlösung von aller Ungerechtigkeit.
	Außerhalb meines gegebenen Rahmens
	Besteht kein dauerhaftes Leben
	Und ich verlange Rechenschaft
	Von Handlungen und Gedanken.

	Ich bin das ewige Wort des Lichts,
	Nicht zu verbrennen, sondern zu zeigen,
	Werde neu geboren aus meiner Gnade,
	Verbreitet den Frieden unter euch.

	Mein Wort ist reichhaltige Nahrung,
	Es erreicht volle Reife im Geiste,
	Es trennt gute und schlechte Wege.

	Mein Wort ist Vergebung,
	Es legt seinen Weg offen aus,
	Um irrenden Seelen zu leiten.

	Beides Bilder meines Reiches,
	Aber keiner erkennt mein Licht,
	Außer im Geiste der Demut.


	Im Überschreiten meines Rahmens
	Haben Übeltäter sich selbst verurteilt,
	Zuerst Heuchler in schlichten Kleidern,
	Schuldig der Täuschung und Verbrechen,

	Und Bestien ohne eine Ausweg
	Werden zur Zyankalikapsel greifen,

	Aber ich sammle meine friedvolle Herde.

	(1997 - 2018)

 ermahnung	.
 

Lukas 6,45


Genug Kontrolle, um zu regieren?
	Nie genug Werkzeuge der Macht?
		Zu wenig Einfluss über ein Volk von
		Bauern durch Territorium und Traditionen?
	Korruption wird zugeschnitten durch
	unterdrückende Gesetze und Folter,
bezeugen Macht, denn der Mund
spricht, wovon das Herz voll ist.

Mittel können beschafft werden.
	Realitäten werden konstruiert.
		Datenkontrolle steuert eine Bevölkerung von
		Experten durch politische Korrektheit.
	Sanfte Techniken setzen es durch mit
	cyber - bio - chem - rad Waffen,
bezeugen Macht, aber ein steriles Wort
stinkt vom Herz zum Mund zum Himmel.

(2015)

 

	Mehr Sterne


	Es leuchten mehr Sterne als eine herrschende Sonne.
	Weiter draußen ziehen meine Phantasien Spiralen,
	Ihre fernen Lichter, Wärme und Güte strahlen herab,
	Einmal werde ich eine meiner Hoffnungen realisieren.

	Etablierte Systeme, intellektuelle Masken der Macht
	Der globalen Akteure auf unserem kleinen Planeten
	Verschleiern, verwerfen, verdrecken unsere Erwartungen
	Damit ihre Profitgier unangefochten freie Bahn hat.

	Missbraucht wird der Fortschritt als Motor der Macht,
	Mit Agenzien uns human-genetisch zu programmieren,
	Unsere Ziele, langen Atem und Widerstandskraft
	Gegen Dreckwühler wie die privilegierten Eliten.

	(1991 - 2012)

 

    Zynismus


    Was ist euer geistiger Horizont, wenn nicht Zynismus,
    Was sind eure Gedanken, wenn nicht bröckelnde Gerüste
    Aus Asche, eure Gefühle abgeworfene Schlangenhäute?
    Mein Wort ist das alleinige Wort der Wahrheit.
    Im Überschreiten meines gegebenen Rahmens
    Für den Menschen erreicht ihr kein Auskommen
    Und ich verlange Rechenschaft
    Von Taten und auch Gedanken.

    Alles Göttliche habt ihr als eine Last verworfen,
    Keine eurer Errungenschaften ist in meinem Namen.
    Was bezeugen eure Paläste, außer schwarzem Marmor,
    Der Licht verschluckt, eure Fortschritte geätzte Narben
    Unter Leinen, eure Arbeiten Stollen der Verwerfung?

    Trost aus meiner Gnade habt ihr zurückgewiesen,
    Um niedrigen Reizen aus Illusionen nachzugehen,
    Als was fungieren eure Institutionen, außer als Aufzüge
    Aus Subkulturen, eure sozialen Bräuche Zerstreuung
    Von Unzucht, eure Altäre stumm polierte Platten?

    Eure üblen Machenschaften verurteilen euch,
    Ihr betreibt Gaskammern als Sozialsport,
    Ihr entlasst eure Kinder in die Staatsprostitution.
    Euer Gang der Propaganda, Bestialitäten
    Und Selbsttäuschungen führt auf euch zurück,
    Mit eigenen Händen drückt ihr die Augen ein,
    Mit eigenen Nägeln reißt ihr die Gedärme,
    Zerschredderte Zungen lallen Schmerz.

    (1993 - 2012)

 
 krieg
 

	Täglich hinter Leuchtreklamen
	Verstummen mahnende Stimmen
	Gegen Folter und Autokraten
	In leisen Tränen und Wimmern.
	Sie werden zur Ordnung gebracht
	Mit Kollaps und geheimer Macht.
	Ärzte und Anwälte sehen hinweg,
	Kleine Tropfen zum guten Zweck.
	Millionen werden zu Grabe getragen,
	Immer, immer die Glocken klagen.

	(2014)

 

	Flussab


	Im Wasser spiegeln sich unsere Wege,
	Gekräusel im Fluss, Wellen im Meer,
	Sterne im All sind hier knappe Längen.

	Die Entfernung zu Gott scheint messbar,
	Nach oben? Nach unten? - Flussauf,
	Der grün und algenreich vorbeizieht.

	Seine Worte aus der Ferne raten uns:
	Steig' auf zu den Quellen des Lebens,
	Wo die Bäche noch klar und blau sind.

	Rudere mit Fleiß gegen die Strömung,
	Lasse dich nicht nach unten treiben,
	Schlage nachts dein Zelt am Ufer auf.

	Lange, schnelle Boote zielen nach unten,
	Gestopft mit Köpfen, Waren und Waffen,
	Eilen bespannt mit flackernden Wimpeln.

	Stur wie in vorausgegangenen Zeiten
	Folgen ihre Kapitäne der gleichen Route,
	die zu Kolonien und Weltkriegen führte.

	Sie stürzen über die engen Fälle hinunter
	Am Rande von fahlen, grauen Strudeln,
	'Nie Um' zeigt jetzt die schwarze Flagge.

	Die Könige und Präsidenten unserer Zeit
	Steuern auf planetarische Katastrophen zu,
	Zu sinken in weiter Öde, Stahl und Sand.

	(2016)

 

	Kolonne


	Wie eine Kolonne, wie so oft zuvor,
	Dringt das Elend mit Kämpfern ein,
	Plünderung, Mord, gehackte Kehlen.

	Wie zerstäubte Flocken entkommen,
	Wurde Unwiederbringliches beweint:
	'Er ließ mich in Finsternis verharren
	wie die schon lang Verstorbenen.'
	'Sieh uns verzweifeln, Herr
	dieser blutigen Erde.'

	Das ästhetische Wortgebinde
	Fasst nicht die Tat,
	Die stumpfe Ansicht von Leichen
	Bewegt nicht das Auge,
	Es fehlen Anzeige und Schellen
	Zur Gerechtigkeit.

	Dies ist ein Plakat
	Mit Fakt, mit Bild, mit Aufruf,
	Das morgen
	Groß von allen Wänden prangt.

	(Quellen: Klagen des Jeremiah 3,6 und
	G. Walden Wir, die Verlorenen - 1943) 
	(2014)

 
 elend
 

	In Einsamkeit
	Viele Kilometer von der nächsten Behausung
	Im leichten Flackern eines Birkenholzfeuers
	Saugt ein einfacher, scharfer Kopf Seine Zeilen auf,
	Verfolgende Augen eines Spions zerstückeln das Bild
	Zu berichten: 'Seine sanfte Stimme hat nie gesprochen.'

	In Verlassenheit
	Abgetrennt von den Abteilungen für Genesende
	In einem gedämpften Bereich für die Sterbenden,
	Eines Kranken Atem verlangsamt sich, gibt auf,
	Toxische Drogen erstarren sein Gesicht in Agonie
	Zu beweisen: 'Seinen Frieden hat es nie gegeben.'

	(1990 - 2012)


	Entmenschlicht


	Entmenschlicht in CIA Gaskammern,
	Sadismus- und Sodomiearbeitslagern,
	Stammeln sie mit abgetrennten Zungen
	'Werden diese Verbrechen gestoppt,
	Menschen ihre eiligen Schritte anhalten,
	Um diese Beulen ans Licht zu zerren?'
	Sie betteln mit verstümmelten Händen
	Grundlegende Würde gewährt zu werden,
	Luft zu atmen, die nicht vergast ist,
	Wasser zu trinken, das nicht vergiftet ist,
	Brot zu essen, das nicht verseucht ist.
	Ihre Gebete schauen auf den Herrn,
	Ihre sterbenden Hoffnungen auf Länder,
	Die moralische Verwerfungen nicht dulden,
	Um von ihren Ketten befreit zu werden.

	(1992 - 2012)

 

	Diese Verbrechen


	Diese Verbrechen menschlicher Verwerfung,
	Gaskammern und Staatsprostitution,
	Diese Verbrechen schreien zum Himmel
	Vor den Ohren des Herrn.

	Diese Verbrechen schreien zum Himmel,
	Nachgeben und schweigendes Dulden
	Werden nicht mehr unbemerkt bleiben
	Vor der Geduld des Herrn.

	Ich werde mein Licht abwenden,
	Ihre gemeinen Absichten verurteilen,
	Das Land der Dunkelheit überlassen,
	Dass es sein Gesicht nicht mehr sieht.

	Im Abgrund geistiger Verdorbenheit,
	Menschlichen Könnens, Bequemlichkeit,
	Werde ich ihnen meinen Rat verweigern,
	Dass Unkraut ihre Städte überwuchert.

	Bestien sehen nicht die Stufen,
	Die zu meinem Gerichtsstuhl führen,
	Nur die im Geiste demütig leben
	Sammele ich als friedliche Herde.

	(1991 - 1992)

 

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Autor
V.i.S.d.P. Udo Frentzen
Adresse Benfleet Str. 13
  50858 Köln
  Deutschland
ÜbersetzerUdo Frentzen
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Alle weiteren Rechte sind vorbehalten.

Notiz
2 Daten beziehen sich auf die Englische - Deutsche Versionen.