Der Mond


	Der Mond schritt über den Zenit,
	Schwebend, ruhig und gleichmäßig;
	Ich ziehe die Rollladen runter, fest,
	Nach Mitternacht meinen überaktiven
	Empirischen Kopf zur Ruhe zu legen,
	Nachdem dies Bild analysiert ist:
	Warum gleitet es so sanft dahin?

	Ich zähle Schäflein: eins . zwei . drei . .
	Dösend, fragend ganz ohne Arg, -
	Ein Blick, eine Frage, ein Duft, ein Biss
	Von Eva konnte niemals eine solch
	Fatale Erbsünde nach sich ziehen,
	Die uns alle als Menschheit verurteilt, -
	Da muss es noch was anderes geben.

	Zähle weiter: zehn . elf . zwölf . .
	Eine Familie behauptet ihre Dominanz
	Über alle Mitglieder der Gruppe,
	Eine Elite beansprucht Vorherrschaft
	Über die gesamte Bevölkerung,
	Erweitern jeden ihrer Machtkreise
	Mit Täuschung und Massenmord.

	Zähle: hundert eins . zwei . drei . .
	Der Mythos erklärt es nicht, -
	Aber im treuen Glaubensgehorsam
	Nicht weiter in Realitäten einzudringen,
	Nicht die Autoritäten zu hinterfragen, -
	Lasst uns von Vorne und neu anfangen,
	Was haben wir soweit an Fakten?

	Zähle: tausend eins . zwei . drei . .
	Sternnebel klumpen, brennen, platzen,
	Planetensysteme alternieren mit Staub,
	Eine perverse Zivilisation vernichtete sich,
	Dass radioaktiv mutierte DNA Stränge,
	Mit Millionen Kometen ausgeschossen,
	Von Galaxe zu Galaxe reisen.

 



Udo Frentzen 2015